DATUM: 18. November 2017
ZEIT: 20:00
Christoph Grab „REFLECTIONS“ feat. Axel Fischbacher 18. November 2017

Christoph Grab saxes
Lukas Traxel bass
Pius Baschnagel drums
NEW MONK
«When you’re swinging, swing some more!» (Thelonious Monk)
So hat man die magische Musik des Pianoforte-Maestros und Jazzvisionärs
Thelonious Monk (1917-1982) noch nie gehört!
Das tollkühne Trio des Alt- und Tenorsaxophonisten Christoph Grab rückt sowohl ein
sehr bekanntes Stück wie die romantische Ballade «Round Midnight» als auch die
obskure Hürdenlauf-Nummer «Gallop’s Gallop» in ein neues Licht. Monk wird von
Grab & Co. nicht als Klamaukbruder missverstanden, sondern als genialer
Melodiker und als Vermittler zwischen Tradition und Moderne gewürdigt.
Die Stücke werden mit Ausnahme der Fragmentierung von «Ask Me Now» nicht
zerpflückt oder zerstückelt. Durch den Verzicht auf ein Harmonieinstrument sowie
ein paar wenige sorgfältige Umdeutungen (z.B. Tempobeschleunigung oder
Wechsel der Taktart) wird die Aufmerksamkeit der Zuhörer zusätzlich aktiviert: Die
Musik lässt geniesserisches Zurücklehnen und Zungenschnalzen durchaus zu, aber
die Ohren sollte man stets spitzen.
Die lust- und kunstvolle Musizierweise des Trios ist geprägt durch Emphase und
Empathie und entwickelt sehr oft einen unheimlich mitreissenden Swing-Drive. Wie
wichtig Monk ein exuberantes Swing-Feeling war, belegen nicht nur einige seiner
Verlautbarungen: In Monks OEuvre stösst man nicht zufälligerweise am Laufmeter
auf atemberaubende Swing-Passagen.
Monk liebte den Schlagabtausch mit impulsiven Schlagzeugern wie Art Blakey,
Shadow Wilson, Roy Haynes oder Frankie Dunlop und er setzte auf bärenstarke
Bassisten wie Oscar Pettiford, Ahmed Abdul-Malik, Butch Warren oder Larry Gales.
Mit Pius Baschnagel hat Grab einen Schlagzeuger in sein Trio geholt, der ebenfalls
durch ein stets richtig dosiertes Mass an Durchschlagskraft überzeugt. Und Lukas
Traxel lässt die Saiten seines Kontrabasses mit viel kinetischer Energie schwingen.
Bei der Auswahl von Saxophonisten hatte Monk ebenfalls eine sichere Hand – dies
gilt nicht nur für Giganten wie John Coltrane oder Sonny Rollins, sondern auch für
«Unsung Heroes» wie Ernie Henry oder Charlie Rouse. Christoph Grab zählt zur raren
Spezies der enzyklopädischen Saxophonisten, er kennt die Geschichte seines
Instruments – von Coleman Hawkins und Lester Young über Eddie „Lockjaw“ Davis
und Johnny Griffin bis zu Ellery Eskelin und Tony Malaby – in- und auswendig. DIe
stets enorm einfallsreichen Improvisationen Grabs oszillieren zwischen archaischer
Kraft und ultramoderner Hipness. Kommt hinzu, dass Grab über eine breite Palette
an Sounds und eine variantenreiche Phrasierungskunst verfügt.
Bei diesem Trio lautet die Devise eindeutig: Vitalität statt Verkrampfung! Grab,
Traxel und Baschnagel spielen sich weder als Gralshüter noch als Konzeptkünstler
auf, sondern machen sich auf der Basis von Jazztugenden (Risikobereitschaft,
interaktive Spielfreude, Flow) auf die Jagd nach dem erfüllten Augenblick und
bescheren uns dabei viele wunderbare Monk-Momente.
Fischbacher6_rgb
Axel Fischbacher guitar
https://youtu.be/UIH8WknjKoo

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